sportsinteam-SlowenienCross mit dem E-Bike - ein Erfahrungsbericht

Die Weiterentwicklung unserer Mountainbikes ist ein stetiger Prozess. Vom rigiden ungefederten Bike vor 25 Jahren bis zu den heutigen Boliden mit großen Federwegen, unterschiedlichsten Geometrien und Laufradgrößen. Für jeden Geschmack und Bedarf lässt sich etwas finden. 

Zunehmend mogeln sich auch Bikes mit Elektrounterstützung in die Szene hinein. Seit einem Jahr bin ich dem MTP-Virus  – MTP steht für Mountainpedelec –  erlegen. Lagen bisher meine Feierabendtouren bei max. 40 Km und 500 Hm, so lassen sich diese Touren, mit gleichem sportlichen Aufwand, nun auf 60 Km und 800 Hm ausdehnen. 

Der Schritt, eine ausgedehnte Alpentour mit dem MTP zu wagen, war so die logische Konsequenz. sportsinteam konnte ich für den Gedanken gewinnen, dieses Experiment zu wagen. Als ältester Teilnehmer fuhr ich so den SlowenienCross im Herbst 2016, zusammen mit "normalen" Bikern. 

Das musste erst in der Gruppe gelernt werden, denn ein MTP kann bergauf schnell – sogar sehr schnell.Ein Nachteil ist, dass die Akkukapazität schneller sinkt, als es dem Fahrer lieb ist. Hinzu kommt ein gewisser Unmut der MitfahrerInnen. So war es ratsam, sich mit niedrigster Unterstützungsstufe ans Ende zu heften.

Niedrigste Unterstützungsstufe bedeutet eine Leistungszugabe von 40% der augenblicklichen Eigenleistung. Diese Zahl relativiert sich wieder, wenn man das mit ca. 20 Kg hohe Gewicht eines MTPs bedenkt und die Tatsache, dass das nicht wirklich leichtgängige Getriebe des Bikes mitbewegt werden muss. So bleiben dann etwa gefühlte 20% Leistungszugabe übrig.

Natürlich kann mehr Leistung zugegeben werden, was aber den Akku deutlich schneller leersaugt.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Akku, sparsam genutzt, etwa für 1200 Hm und 50 Km gut ist. Ein Wechselakku (3 Kg) im Rucksack ist also Pflicht. 

Wie sieht es nun mit der Fahrdynamik aus?

Schon in heimischen Gefilden konnte ich austesten, dass es keine Einschränkungen gegenüber einem traditionellen MTB gibt. Das hat sich auf dem SlowenienCross bestätigt.

Allerdings – Tragepassagen sind kein Spaß mehr. Eine Tatsache, die ich an einem Etappentag schmerzlich erfahren musste. Ohne die zupackende Hand des Guides wäre es nur schwerlich weitergegangen.

Downhillpassagen fahren sich mit einem MTP wie mit jedem anderen Bike auch. Vielleicht sogar, aufgrund des niedrigen Schwerpunktes, einen Tacken entspannter. 

Zusammenfassend möchte ich betonen, dass ich diese Tour ohne Motorunterstützung eher nicht geschafft hätte. So hatte ich aber die Möglichkeit, dieses tolle Erlebnis mitzugehen. Ich würde es jederzeit wieder machen.

Ganz wichtig ist natürlich, dass trotz Motor die MTB-Fahrtechnik beherrscht wird. Denn – ohne entsprechende Fitness und Fahrtechnik kommt man auch mit einem MTP nicht über den technisch doch recht anspruchsvollen Kurs. 

Ein dickes Fell ist mitunter auch hilfreich, denn MTPs sind bei traditionellen MTBlern noch nicht so wirklich auf dem Schirm. Kommt aber noch ...:-) 

Hat Spaß gemacht! 

Ralf Bischoff

 
 
 
 

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